LG Hamburg: Dieselbesitzer bekommt neuen Diesel!

Das Landgericht Hamburg hat einen VW-Händler verurteilt, ein Dieselfahrzeug wegen manipulierter Software zurückzunehmen und gegen einen mangelfreien Neuwagen zu umzutauschen (Az. 329 O 105/17).

Der Kläger hatte 2015 einen VW Tiguan der ersten Generation bei der Volkswagen Automobile GmbH in Hamburg gekauft.

Nachdem die Diesel-Schummelein bekannt wurden, ließ der Kläger das Dieselupdate durchführen, wandte sich danach aber an Rechtsanwälte, um die Rückgabe seines Wagens durchzusetzen. Der Händler verweigerte den Umtasch indes. Der Dieselbesitzer ließ das nicht auf sich sitzen und klagte. Die Rechtsanwälte von VW hielten dagegen. Das Landgericht kam aber zu einem klaren Resultat. Da der Wert des Autos deutlich gemindert wurde, so das Landgericht, muss der Händler einen mangelfreien Neuwagen (also einen der zweiten Generation) ohne Zahlung einer Nutzungsentschädigung nachliefern. Ein Durchschnittskäufer müsse sich schließlich darauf verlassen können, dass sein Auto die versprochenen Abgaswerte einhält.

Bedeutsam an dem Urteil sind vor allem zwei Aspekte:

Erstens schadete es dem Dieselbesitzer nicht, dass er das Update hatte durchführen lassen. Das Gericht wertete das Update als nicht ausreichend, um den Mangel des Fahrzeugs zu beseitigen. Zweitens muss VW den Wagen zurücknehmen und durch ein aktuelles Fahrzeug ersetzen.

Die VW-Zentrale in Wolfsburg zeigt sich öffentlich gelassen und betonte, dass das Hamburger Urteil nur eines von vielen wäre. Andere Gerichte hätten zugunsten des Autoherstellers entschieden. Sollte VW Hamburg in Berufung gehen, werde der Autokäufer sehr wahrscheinlich doch noch verlieren, so die Anwälte von Volkswagen. Der Verkehrsclub Deutschland ist dagegen überzeugt, dass das Urteil den Druck auf VW und andere Autohersteller erhöhen wird. Letzterem ist zuzustimmen. Es ist zu beobachten, dass die Gerichte immer verbraucherfreundlicher urteilen. Die Urteile zugunsten der Dieselgate-Geschädigten häufen sich.

Das Urteil bezieht sich nicht nur auf das Modell Tiguan, sondern ist im Prinzip auch auf alle anderen Schummel-Dieselmodelle übertragbar.

Das sind sehr gute Nachrichten für Betroffene des Dieselskandals bzw. Abgasskandals, die ihren Diesel zurückgeben wollen.

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